Großer Andrang beim Aktionstag „Familienbewusste Personalpolitik“

Am 22. März 2018 informierten sich rund 100 Geschäftsführende und Personalverantwortliche auf dem Aktionstag „Familienbewusste Personalpolitik“ des Kompetenzzentrums Frau und Beruf im Katholisch-Sozialen Institut (KSI) auf dem Siegburger Michaelsberg.

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In ihrer Begrüßung wies Judith Schiementz, Leiterin des Kompetenzzentrums, darauf hin, dass in Zeiten des zunehmenden Fachkräftemangels die personalpolitische Ausrichtung auf gut ausgebildete Mütter bislang vernachlässigt werde. Die gesamte Eröffnungsrede finden Sie rechts zum Download.

Prof. Dr. Ralph Bergold, Hausherr und Direktor des KSI, äußerte in seinem Grußwort den Wunsch, dass die Impulse des heutigen Tages ausschwingen und viele kleine und mittlere Unternehmen in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis erreichen.

Wirtschaftsführende im Talk

aktionstalk_talk-judith-schiementz_foto-michael-von-lingenVon treuen und motivierten Fachkräften profitieren Wirtschaftsregion und Unternehmen. Judith Schiementz wies im Talk mit Ralf Karabasz, Geschäftsführer der SYNERGIE VertriebsDienstleistung GmbH und Moderator der Talkrunden am Vormittag, auf die Wichtigkeit hin, in Sachen familienbewusster Personalpolitik am Ball zu bleiben, denn die Zukunft stelle die Betriebe vor große Herausforderungen. Zum Beispiel werde die Vereinbarkeit von Beruf und Pflegeaufgaben immer bedeutsamer in den Unternehmen, da die geburtenstarken Jahrgänge auf das Rentenalter zugehen und immer mehr Beschäftigte neben ihrer Berufstätigkeit Angehörige pflegen.

Dr. Hermann Tengler, Wirtschaftsförderer des Rhein-Sieg-Kreises, betonte, dass es gerade für kleine und mittlere Unternehmen wichtig sei, sichtbar zu sein. Nicht nur die familienbewusste Unternehmenskultur, sondern auch die Öffentlichkeitsarbeit sei von entscheidender Bedeutung. Dies gehe ganz leicht mit der Mitgliedschaft im Netzwerk FAMILIENBEWUSSTE UNTERNEHMEN Bonn/Rhein-Sieg. Die Mitglieder positionieren das Netzwerk-Logo auf ihrer Webseite und in Stellenanzeigen. Ein Blick auf die über 60 Mitglieder zeige, dass dieser Wettbewerbsvorteil über alle Branchen hinweg erkannt wird. Das Netzwerk nehme mit zunehmender Geschwindigkeit an Größe zu und eine kostenfreie Mitgliedschaft sei jedem kleinen und mittleren Unternehmen zu empfehlen.

Fachkräftesicherung zwischen Digitalisierung und Wertewandel

Im Expertinnen-Talk mit Moderator Ralf Karabasz wurde deutlich, welche Chancen bestehen, wenn die Unternehmenskultur auf die Mitarbeitenden ausgerichtet wird. Ruth Maria van den Elzen, Direktorin des Hotel Collegium Leoninum mit angeschlossener Seniorenresidenz und Vizepräsidentin der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg, betonte, dass gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung, der Mensch wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt werden sollte. Dies geschehe über eine werteorientierte Führung, bei der Achtsamkeit und Pausen eine wichtige Rolle spielen.aktionstag_talk-fachkraeftesicherung_foto-michael-von-lingen

Heike König, Talentmanagerin der Fraunhofer Gesellschaft, wies auf die Möglichkeit hin, Ausbildungen in Teilzeit anzubieten. Junge Eltern erhielten so die Gelegenheit, Abschlüsse zu erreichen und dennoch Zeit für den Nachwuchs zu haben. Die Fraunhofer Gesellschaft habe mit Teilzeit-Auszubildenden sehr gute Erfahrungen gemacht, da sie sich ihrer Chance sehr bewusst seien und ihre Organisationstalente ständig weiterentwickeln würden. Wichtig sei hierbei ein gutes Unterstützungsnetzwerk und Kitas mit passenden Öffnungszeiten.

Inga Höltmann, Gründerin der Accelerate Academy und Wirtschaftsjournalistin, nahm Bezug auf die enormen Chancen, die die Digitalisierung mit sich bringe, betonte aber auch, dass Betriebe sich vernetzen sollten, um voneinander zu lernen. Sie empfahl den Unternehmen, ein Umfeld zu schaffen, in dem Frauen nicht mehr „anders“ sind und gefördert werden müssen, sondern eines, in dem sie ganz selbstverständlich ihren Platz haben.

Familienbewusste Personalpolitik als Erfolgsfaktor

Im anschließenden Praxistalk ging es um konkrete Erfahrungen mit familienbewusster Personalpolitik in kleinen und mittleren Unternehmen.

So berichtete Manuela Gilgen, Geschäftsführerin der Gilgen’s Bäckerei und Konditorei, von der Entwicklung, die ihr Betrieb bei der konsequenten Ausrichtung ihrer Unternehmenskultur durchlaufen hat und noch durchläuft. Ein Thema dabei ist die gezielte Betreuung von (werdenden) Müttern in den Phasen vor, während und zum Ende der Babypause. Dies stelle eine Bereicherung für beide Seiten dar und trage zur Know-how-Erhaltung im Unternehmen bei. Neben vielen weiteren Maßnahmen ist die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege ein wichtiges Thema für das Familienunternehmen. Hierzu plane der Betrieb verschiedene Veranstaltungen zur Information der Belegschaft und zur Unterstützung von pflegenden Angehörigen.

Holger Gerhards, Geschäftsführer der gmc² GmbH, machte deutlich, dass eine familienbewusste Unternehmenskultur von der Geschäftsführung gewollt und von allen Führungskräften gelebt werden muss, damit das Signal bei den Mitarbeitenden ankommt. Sein Betrieb profitiere von sehr motivierten Beschäftigten, wie kürzlich eine Befragung ergab, sowie von einer sehr geringen Fluktuation. Ihm sei wichtig, den Mitarbeitenden Vertrauen entgegenzubringen und das Unternehmen so zu führen, dass ein harmonisches Miteinander möglich ist. Die Firma sei für viele wie eine zweite Familie.

atfp-0361-foto-michael-von-lingen-www-vonlingen-film-deBeim Pflegeteam Wentland wird unter anderem großes Augenmerk auf familienbewusste Arbeitszeiten gelegt. Dies scheint auf den ersten Blick widersprüchlich, da gerade in der Pflege ein Großteil der Arbeit zu Zeiten anfällt, die auch für Familien wichtig sind. Aber im Unternehmen habe man sich laut Paul Ehrhardt, Recruiter bei der Pflegeteam Wentland GmbH & Co. KG., bewusst für das Angebot von Servicetouren für Mütter entschieden. Es gebe einige Kunden, denen diese Arbeitszeiten entgegenkommen und so lassen sich individuelle Kundenbeziehungen aufbauen.

Alle drei Unternehmen sind Mitglieder im Netzwerk FAMILIENBEWUSSTE UNTERNEHMEN Bonn/Rhein-Sieg.

Comedy mit Margie Kinsky

atfp-0160-foto-michael-von-lingen-www-vonlingen-film-deNach dem Mittagessen bot Margie Kinsky einen heiteren Einblick in familiäre Herausforderungen mit sechs Jungs und einer Oma. Sie gab einen Überblick über die Kompetenzen, die Mütter ausbilden, um auf der einen Seite das kleine Familienunternehmen in Schwung zu halten und auf der anderen Seite den Spagat zwischen dem Mutter-, Tochter- und Ehefrausein zu bewältigen und zeitgleich berufstätig zu sein.

Workshops am Nachmittag

Anschließend hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit zwei von drei Workshops zu besuchen, die von Mitgliedsunternehmen des Netzwerks FAMILIENBEWUSSTE PERSONALPOLITIK Bonn/Rhein-Sieg sowie dem Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) gestaltet wurden.

„Female & Social Recruiting: Strategien zur Ansprache von Frauen“:

sibylle-stippler-300x200-atfp-0412-foto-michael-von-lingen-www-vonlingen-film-deSibylle Stippler, Expertin des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung, gab den Teilnehmenden dieses Workshops Tipps zur Gestaltung von Stellenangeboten, um mehr Bewerbungen von Frauen zu erhalten. Ihre Präsentation können Sie hier downloaden.

Eine entsprechende Handlungsempfehlung wurde kürzlich in einer Kooperation von KOFA, Kompetenzzentrum Frau und Beruf Köln sowie Bonn/Rhein-Sieg und FOM Hochschule erarbeitet und herausgegeben. Zum Download finden Sie diese hier.

„Incentives: Familienfreundliche Extras zur Bindung Ihrer Mitarbeiterinnen“:

Ganz praxisnah wurden in diesem Workshop Ideen zur Unterstützung der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben gesammelt und diskutiert. So berichtete eine Teilnejana-goldmann-300x200-atfp-0424-foto-michael-von-lingen-www-vonlingen-film-dehmerin davon, dass eine junge Mutter ihre Elternzeit nutzt, um über ein eigenes Start-up-Unternehmen die Kolleginnen und Kollegen bei der Betreuung ihrer Kinder zu unterstützen. Über diesen Weg bleibt die Bindung der jungen Mutter an das Unternehmen erhalten und es entsteht eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.

Der Workshop wurde von Jana Goldmann, Gleichstellungsbeauftragte der RSAG AöR, und Martin Grau, Steuerberater der megra-Steuerberatung | Wirtschaftsprüfung angeboten.

Die Ergebnisse finden sie im zugehörigen Fotoprotokoll zum Download.

„Gut sichtbar. Erfolgreiche PR für Unternehmen“:

isabell-lisberg-haag-300x200-atfp-0419-foto-michael-von-lingen-www-vonlingen-film-deWas für eine erfolgreiche interne und externe Kommunikation wichtig ist, zeigte dieser Workshop. Gestartet wurde mit einem kurzen Speeddating, in dem die Teilnehmenden sich in Zweiergruppen mitteilten, warum ihr Unternehmen für Fachkräfte interessant sei.

Damit diese Botschaften künftig die Zielgruppe erreichen, ging es anschließend um die Kommunikationskanäle, die bedient werden sollten. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer nahm am Ende einen ausgearbeiteten Kommunikationsplan für das eigene Unternehmen  mit.

Der Workshop wurde von Dr. Isabell Liesberg-Haag und Uschi Heidel der TRIO Service GmbH angeboten. Im Fotoprotokoll sind die Ergebnisse des Workshops zum Downlad zusammengefasst.

 

Was bedeutet für Sie „FAMILIENBEWUSSTE PERSONALPOLITIK“?

Alle Gäste des Aktionstages wurden bei der Akkreditierung gebeten, ihre Antworten zu formulieren. Hier ein paar Beispiele:

  • jeden einzelnen Mitarbeitenden wahrnehmenaktionstalk_meinungswand_foto-michael-von-lingen
  • Attraktivitätssteigerung
  • Führung in Teilzeit
  • Beschäftigtenbindung
  • individuelle Problemlösungen finden
  • flexible Arbeitszeiten
  • Kita am Arbeitsplatz
  • gesunde Work-Life-Balance
  • einfacher Einstieg nach der Elternzeit
  • eine offene, unterstützende Unternehmenskultur
  • kein Thema nur für Frauen/Kinder
  • bessere Chancen im Wettbewerb um kluge Köpfe
  • Grundlage für das Funktionieren unserer Wirtschaft

 

Gemeinsam für Chancengleichheit und Fachkräftesicherung

Der Aktionstag war eine Kooperationsveranstaltung des Kompetenzzentrums Frau und Beruf Bonn/Rhein-Sieg mit Unternehmen des Netzwerks FAMILIENBEWUSSTE PERSONALPOLITIK Bonn/Rhein-Sieg, der IHK Bonn/Rhein-Sieg, der Handwerkskammer zu Köln, der Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg, dem Bündnis für Fachkräfte Bonn/Rhein-Sieg sowie dem Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung des IW-Köln.

 

 

Alle im Beitrag veröffentlichten Fotos haben das Copyright: Michael von Lingen.
Filmproduktion: Wegener PR – Film & Text

 

Das Kompetenzzentrum Frau und Beruf Bonn/Rhein-Sieg

BONN

RHEIN-SIEG-KREIS

Filiz Karsligil

Projektentwicklung, Mentoring Programm

0 22 8 – 77 23 65

Maren Helser

Finanzen & Projektassistenz

0 22 8 – 77 43 04

Nicole Traut

Öffentlichkeitsarbeit

0 22 8 – 77 43 56

Judith Schiementz

Projektleiterin

0 22 41 – 13 29 48

Elke Graff

Projektentwicklung, Familienbewusste Personalpolitik

0 22 41 – 13 33 35
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