Meldung des Monats

Zurück zur Büropräsenz? Wie Corona das flexible Arbeiten verändert hat!

Lea Czybulka im Gespräch mit einer Mitarbeiterin.
Digitales Arbeiten ist für viele Unternehmen selbstverständlich geworden. Doch wie hat sich das flexible Arbeiten bei den Mitgliedern des Netzwerks FAMILIENBEWUSSTE UNTERNEHMEN Bonn/Rhein-Sieg verändert? Und wollen die Betriebe nach der Pandemie zurück zur vermehrten Präsenzarbeit?

Diese Fragen stellten wir im Juni 2020 allen 88 Netzwerkmitgliedern. 26 von ihnen nahmen an der Umfrage* teil und berichteten von den Herausforderungen der letzten Monate. Diese führten im Einzelfall gar zum digitalen Führen aus dem spanischen Home-Office.

Pro Home-Office

Auf die Frage „Wie hat sich das flexible Arbeiten in Ihrem Betrieb durch die Pandemie verändert?“ antworteten 19 Teilnehmende, dass mehr Beschäftigte als zuvor mobil und im Home-Office arbeiten. Sieben Unternehmen stimmten für die Antwort „Es hat sich durch Corona nichts verändert“.

Doch wie sehen die Planungen für die Zeit nach Corona aus? 14 Betriebe gaben an, dass sie nach der Pandemie mehr Arbeitszeit im Home-Office und für das mobile Arbeiten gewähren werden. Sieben stimmten für „Wir werden zu den Arbeitsregelungen vor Corona zurückkehren“ und sechs entschieden sich für die Antwort „Egal ob im Büro oder zuhause, bei uns wählen die Beschäftigten ihren Arbeitsort selbstständig.“ Drei entschieden sich dafür keine Angabe zu machen.

Stimmen aus der Praxis

Und wie sieht es konkret in den Betrieben aus? Welche Herausforderungen und Erfolge erlebten Personalverantwortliche und Geschäftsführende? Gut vorbereitet startete Jana Goldmann, Gleichstellungsbeauftragte der RSAG AöR, in die Krise: „Wir haben uns bereits 2019 Fragen gestellt wie „Was ist datenschutztechnisch beim Home-Office zu beachten? und „Was gibt die Arbeitssicherheit vor?“. Wir waren also ganz gut aufgestellt und konnten unseren Zugang zum mobilen Arbeiten kurzfristig um ein Vielfaches erweitern.“

Dr. Marcus Heinrich, Partner der 3con Management Consultants GmbH, berichtet: „In unserem Unternehmen können alle Beschäftigten mobil oder im Home-Office arbeiten. Im Zuge der Pandemie-Vorgaben hat sich die Quote noch erhöht. Mit dem Ende der Einschränkungen wird der Anteil vermutlich höher bleiben als zuvor.“

Digitales Führen über Ländergrenzen

Besonders gefordert war das Führungsteam der Praxis für Physiotherapie Andrea Lazarev, da Geschäftsführerin Andrea Lazarev vom Lockdown in Spanien überrascht wurde. Nach zwei Wochen Home-Office mit dem Smartphone in Gran Canaria resümiert Lazarev jedoch: „Ich konnte mich voll auf mein Team und meine Führungskräfte verlassen.“

Auch in Deutschland leitet Lazarev ihr Unternehmen hauptsächlich mit dem Smartphone. Christiane Kroschel, Personalreferentin der Physiotherapiepraxis, schätzt, dass der Trend zum digitalen Arbeiten, auch nach der Krise, erhalten bleiben wird: „Wir werden auch nach Corona die Videokonferenzen mit unserer anderen Filiale und der Geschäftsführung beibehalten. So ist alles ein bisschen schneller und effektiver. Ganz persönlich, muss ich jedoch feststellen, dass ich mich mit meinen Kolleginnen und Kollegen gerne live austausche.“

Kind@Home-Office

Schule und Kita geschlossen und keine anderweitige Betreuungsunterstützung in Sicht. In dieser Situation befanden sich viele weibliche Fachkräfte mit Familienaufgaben zu Beginn der Krise. Die Betriebe des familienbewussten Netzwerks suchten auch hier nach schnellen Lösungen für ihre Mitarbeiterinnen.

„Es war während der Pandemie so, dass unsere Mitarbeiterinnen mit Kindern, deutlich mehr von zu Hause aus gearbeitet haben und auch weniger, da keine Kinderbetreuung gegeben war. Dadurch, dass wir systemrelevant sind, wurde aber recht schnell eine Sonderregelung geschaffen, so dass die Kinderbetreuung wieder geregelt war“, stellt Karin Kinnart, Steuerberaterin der BWLC Braschoß & Coll. Partnerschaft mbH, fest.

Frédérique Mannella an Haack, Geschäftsführerin der Mannella Immobilienservice GmbH und selbst Mutter von drei Kindern, berichtet: „Alle Mütter in unserem Unternehmen, ob im Vertrieb, der Hausverwaltung oder im BackOffice, waren während des Lockdowns besonders herausgefordert. In dieser Zeit haben einige von uns im Büro gearbeitet, andere im Home-Office. Das ein oder andere Mal waren auch die Kinder mit im Büro. Die Belastung für Mütter war in dieser Situation einfach sehr hoch.“

Flexibel und digital Arbeiten – auch nach Corona

Lea Czybulka im Gespräch mit einer Mitarbeiterin.
Die Stimmen aus dem Netzwerk machen deutlich, wie flexibler und digitaler die Arbeitswelt durch die Corona-Pandemie geworden ist. Doch wie können Betriebe die neu gewonnene Flexibilität nachhaltig sichern? Elke Graff, Leiterin des Kompetenzzentrum Frau & Beruf Bonn/Rhein-Sieg, gibt folgende Tipps:

1. Kommunizieren Sie „pro Home-Office“ im Team: Etablieren Sie eine arbeitsortunabhängige Ergebniskultur!
2. Informieren Sie über Hard- und Softwarebereitstellung.
3. Vereinbaren Sie Home-Office-Richtlinien.
4. Weisen Sie auf die Wichtigkeit des Selbstmanagements hin! Arbeit und Freizeit sollten nicht verschwimmen.
5. Achten Sie auf regelmäßigen Austausch in digitalen und Präsenz-Teamrunden.

*Es waren Mehrfachnennungen im Rahmen der nicht repräsentativen Umfrage möglich.

Foto Elke Graff: Martin Magunia

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Das Kompetenzzentrum Frau & Beruf Bonn/Rhein-Sieg

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Projektentwicklung, Mentoring Programm

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Veranstaltungsmanagement, Öffentlichkeitsarbeit

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Projektleitung

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Projektentwicklung "Familienbewusste Personalpolitik"

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Projektassistenz

Soma Argawani

Projektassistenz

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