Pflegesensible Personalpolitik in der Kaiser-Karl-Klinik GmbH

Ist ein Arbeitgeber bereit, seine Beschäftigten bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu unterstützen, spielt es keine Rolle, wie alt die Mitarbeitenden sind und ob es um die Betreuung von Kindern oder um die Pflege von Angehörigen geht. Nach dieser Maxime handelt Bärbel Langwasser-Greb, Geschäftsführerin der Kaiser-Karl-Klinik GmbH, und gestaltet so den Alltag der 1996 eröffneten Klinik für Rehabilitation, die zu den jüngsten am Gesundheitsstandort Bonn zählt.

Pflegesensible Personalpolitik in der Kaiser-Karl-Klinik GmbH

2014-10_udm_kkk-176 Prozent der Angestellten des Unternehmens sind weiblich. Klar, dass es da schon seit längerem familienfreundliche Maßnahmen gibt wie zum Beispiel im Pflegedienst die „Mama-Schicht“ von 8:30 bis
14 Uhr. Die flexiblen Arbeitszeitmodelle erleichtern jedoch nicht nur die Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung, sondern lassen sich auf unterschiedliche Lebenssituationen übertragen. Dies wurde deutlich, als bei zwei Beschäftigten die Versorgung eines Angehörigen in den Berufsalltag integriert werden musste. Dank des offenen Umgangs mit dem Thema „Pflege in der Familie“ in der Kaiser-Karl-Klinik zum Glück kein Problem.

Der tägliche Umgang mit Patienten hat eine Kultur geschaffen, die die Beschäftigten relativ unbefangen mit Pflegethemen umgehen lässt. Transparenz hierzu ist ausdrücklich gewünscht und wird von der Geschäftsführerin gefördert. In regelmäßigen Treffen der Abteilungsleitungen steht der Informationsaustausch im Vordergrund: Alle werden auf den neusten Stand gebracht und Präzedenzfälle besprochen, wie zum Beispiel die einer Mitarbeiterin und eines Mitarbeiters, die sich plötzlich mit einer Pflegesituation konfrontiert sahen. Die Leitungsebene wird für dieses Thema sensibilisiert und es wird dafür gesorgt, dass niemandem die Tatsache, dass er einen Angehörigen pflegt, unangenehm sein muss.

Wichtig ist, Offenheit und Transparenz auf allen Eben zu schaffen. Dazu dienen auch die in jeder Abteilung mindestens einmal pro Woche stattfindenden Teamsitzungen. Hier werden Probleme offen angesprochen, Lösungen gesucht und um Verständnis für Beschäftigte mit Pflegeaufgaben und deren besondere Situation geworben.

Geben und Nehmen

Für die individuelle Situation von Menschen, die einem Beruf nachgehen und gleichzeitig Kinder betreuen oder Angehörige pflegen, gibt es kein Patentrezept. Daher ist jede Einwilligung zur Mama-Schicht, zum Job-Sharing oder anderen Möglichkeiten der Arbeitsgestaltung in der Kaiser-Karl-Klinik eine Einzelfallentscheidung. Dem Unternehmen sind seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr wichtig. Deshalb kommt sie ihnen, gerade was die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben betrifft, in vielerlei Hinsicht entgegen. So können Angestellte, ganz im Sinne der Work-Life-Balance, das Schwimmbad oder die Fitnessräume der Klinik nutzen. Auch kann der Sozialdienst der Klinik von Beschäftigten kostenfrei in Anspruch genommen werden. Dieser berät zu Pflegeversicherungen, der Einstufung in verschiedene Pflegestufen und ähnlichem.

2014-10_udm_kkk-3Jedoch erwartet Geschäftsführerin Bärbel Langwasser-Greb auch von ihren Angestellten kreative Ideen, wie Familienfreundlichkeit und die „Rund-um-die-Uhr-Betreuung“, die in einer Klinik selbstverständlich immer gegeben sein muss, gewährleistet werden können. Die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten und somit die des Unternehmens stehen an erster Stelle; das Schichtsystem muss reibungslos funktionieren und für Ausfälle muss schnell Ersatz gefunden werden. Da ist zuweilen auch ein gewisses Maß an Flexibilität seitens der Belegschaft erforderlich.

Auf der Basis des Prinzips von Geben und Nehmen funktioniert der Arbeitsalltag in der Kaiser-Karl-Klinik sehr gut – im Sinne aller Beteiligten. Damit für die lückenlose Betreuung gesorgt ist, handeln die Angestellten verantwortungsbewusst und kommunizieren effizient im Team. Sie genießen viele Vorteile und geben die daraus gewonnene Motivation und gute Stimmung an die Patienten weiter.

Kurz & Knapp

Kaiser-Karl-Klinik GmbH
Standort Bonn
Branche Gesundheitswesen
Beschäftigtenzahl 250, davon drei Ausbildende
Instrumente familienbewusster Personalpolitik
  • flexible Arbeitszeitgestaltung
  • Home Office und flexible Arbeitsorganisation
  • Kontakthaltemöglichkeiten während der Eltern-, Betreuungs- und Pflegezeit
  • Weiterbildungsmöglichkeiten während der Eltern-, Betreuungs- und Pflegezeit
  • Informations- und Beratungsgespräche zum Wiedereinstieg
  • Sensibilisierung der Angestellten und Führungskräfte für das Thema „Pflege in der Familie“
  • Informationen und Beratung für Beschäftigte mit Pflegeaufgaben
  • Familienservice: Essen zum Mitnehmen aus der Kantine, Abgabe von Wäsche zur chemischen Reinigung
  • Work-Life-Balance: Möglichkeit für Beschäftigte zur Nutzung des Schwimmbads und der Therapieeinrichtungen
Ansprechpartner Bärbel Langwasser-Greb / Geschäftsführerin
langwasser-greb@kkk-bonn.de
Web www.kaiser-karl-klinik.de

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Bärbel Langwasser-Greb

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Projektleitung

Christiana Krack

Projektentwicklung "Familienbewusste Personalpolitik"

Vanessa Paluch

Projektassistenz

Soma Argawani

Projektassistenz

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