Unternehmen des Monats

Czybulka Physiotherapie

Bereits seit September 2017 ist die Czybulka Physiotherapie Mitglied im Netzwerk FAMILIENBEWUSSTE UNTERNEHMEN. Der 2008 gegründete Meckenheimer Betrieb beschäftigt aktuell 24 Fachkräfte.

Das Team behandelt Kundinnen und Kunden mit klassischer Krankengymnastik, manueller Therapie, Lymphdrainage und Massagen. Aber auch Kinesio Taping, Wärmebehandlungen und Kälteanwendungen gehören zum Angebot. Gruppenkurse, wie Thai Chi, Step Aerobic, Nordic Walking und Babymassage ergänzen die Einzeltherapien.

Lea Czybulka im Gespräch mit einer Mitarbeiterin.
„Unsere Personalpolitik ist authentisch, flexibel und transparent. Da mein Mann und ich den Betrieb per Jobsharing führen, gehört die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fest zu unserem Alltag“, sagt Lea Czybulka, Inhaberin der Czybulka Physiotherapie. Was für die Führungsebene gilt, gilt hier auch für die Beschäftigten. Darüber hinaus engagiert sich die Inhaberin als zweite Vorsitzende im Lokalverein „Working Moms“ für die Region Köln/Bonn.

Von Teilzeit bis Sabbatical

Besonders beliebt sind bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die flexiblen Arbeitszeiten und die Option administratives im Home-Office zu erledigen. Aktuell arbeiten acht Fachkräfte, allesamt weiblich, in Teilzeit. Ihre Arbeitszeiten reichen von minimal sieben bis zu maximal 30 Wochenstunden.

Eine bessere Vereinbarkeit von beruflichen und familiären Aufgaben gewähren zudem die individuelle Arbeitszeitplanung, flexible Pausen, Arbeitszeitkonten sowie kurzfristiger Gleitzeitabbau und Urlaubsgenehmigungen. „Wir kontaktieren unsere Beschäftigten nicht in ihrer Freizeit. Trotz größtmöglicher Flexibilität soll sich Arbeit und Privatleben nicht überlagern“, stellt Lea Czybulka fest.

Wer auf seinem Stundenkonto Überstunden gesammelt hat oder eine individuelle Absprache mit der Unternehmensleitung getroffen hat, kann eine längere Auszeit nehmen. „Wir unterstützen die Beschäftigten bei der Sabbatical-Planung. Bisher haben Angestellte die Auszeit für eine Yoga-Schulung in Indien und eine sechsmonatige Weltreise genutzt. Mein Mann plant selber fünf Monate nach Norwegen zu gehen, um dort eine Holzhütte zu renovieren“, berichtet die Inhaberin. Anders als seine Beschäftigten wird Christian Czybulka jedoch weiterhin mobil arbeiten und das Team aus der Ferne führen.

Verwalten aus dem Home-Office

Aus nicht ganz so weiter Ferne können auch die Beschäftigten arbeiten. Ob eine Abrechnung für die Krankenkasse, die Buchhaltung oder ein Therapiebericht, alles administrative können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von zuhause erledigen. Wer mobil arbeiten möchte, erhält einen Laptop. Aufgrund der Corona-Pandemie sind aktuell zwei Verwaltungskräfte komplett ins Home-Office umgezogen.

Neben dem mobilen Arbeiten profitieren die Fachkräfte von den familienbewussten Besprechungszeiten und der Gestaltungsfreiheit in ihren Büros. So finden sich an vielen Arbeitsplätzen Urlaubsbilder auf Leinwand – finanziert vom Betrieb.

Gut beraten in die Elternzeit

„Aktuell haben fünf unserer Fachkräfte Kinder. Ich selbst berate unsere angehenden Mütter zur Elternzeit und dem Wiedereinstieg“, stellt Lea Czybulka fest. Darüber hinaus bietet die Praxis Elterngeld-Seminare für ihre Beschäftigten an.

Raus aus dem Alltagsgeschäft heißt bei der Physiotherapiepraxis jedoch nicht raus aus dem Team. Mütter und Väter in Elternzeit können bei Interesse weiterhin an Teamsitzungen, Weiterbildungen und Betriebsfesten teilnehmen. Darüber hinaus gibt es eine eigene WhatsApp-Gruppe und traditionelle Informationsschreiben.

Facebook-Glückwunsche zum ersten Praxis-Baby.
Ist das Kind im Kita-Alter, unterstützt das Ehepaar Czybulka die Eltern bei der Suche nach einem geeigneten Betreuungsplatz oder vermittelt den Kontakt zu den Expertinnen und Experten der Stadt Meckenheim. Darüber hinaus gibt es eine betriebsinterne Babysitter-Börse per Aushang. Sollte die Betreuung ausfallen, sind kurzfristige Anpassungen der Arbeitszeit möglich.

Die Doppelbelastung: Beruf und Pflege

„Pflegeaufgaben können heute jeden „treffen“, denn durch den demographischen Wandel wird unsere Bevölkerung zunehmend älter. Die Pflege eines Angehörigen sollte kein Tabuthema sein, sondern besonders geschätzt werden“, betont die Inhaberin.

Lea Czybulka hat selbst im November 2017 am Pflegescout-Workshop des Kompetenzzentrums Frau & Beruf Bonn/Rhein-Sieg teilgenommen. Bisher hat sie zwei Beschäftigte rund um die Pflege beraten. Häufig geht es um Auskünfte zu staatlichen Hilfen und die Option auf eine Haushaltshilfe. Aber auch Fragen zur Betreuungsvollmacht, der Patientenverfügung und dem Testament werden gemeinsam geklärt. Am wichtigsten sind, nach Czybulkas Erfahrungen, die schnelle Kommunikation mit den Betroffenen und eine kurzfristige Arbeitszeitanpassung.

Die Geschäftsführung sensibilisiert die Fachkräfte zudem für die Herausforderung Pflege und unterstützt mit den wichtigsten Infos, wie einer Liste der regionalen Beratungsstellen und Checklisten. Ein zinsfreies Beschäftigtendarlehen sowie kurzfristige Anpassungen der Arbeitszeit sind zudem möglich.

Belohnung und Motivation

Mit verschiedenen Incentives belohnt und motiviert der Betrieb seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dazu gehören ein monatlicher, steuerfreier Warengutschein, freie Getränke im Pausenraum und die betriebliche Altersvorsorge. Damit alle Angestellten fit bleiben, können sie den Geräteparcours und alle Kursangebote kostenfrei nutzen.
Teamausflug zum Escape Room im Sommer 2019.
Im Sommer 2019 entschlüsselte das Team gemeinsam geheime Botschaften, um in 60 Minuten aus einem Bonner Escape Room zu flüchten. Ob Teambuilding oder Betriebsausflug zum Kletterparcours, bei den Beschäftigten geht es meist aktiv zu. Gefeiert wird gerne zu einem Motto. Auf dem Programm standen schon ein Oster- und Oktoberfest sowie eine Halloween Party. Bei Betriebsfesten sind Familienangehörige, Lebenspartnerinnen und Lebenspartner herzlich willkommen.

Immer am Ball bleiben

Damit Physiotherapeutinnen, Physiotherapeuten und die angestellten Kaufleute im Gesundheitswesen inhaltlich am Ball bleiben, finanziert die Praxis externe Fortbildungen, bietet interne Schulungen, Coachings und Stipendien an. Erst kürzlich fand ein Vortrag zum richtigen Umgang mit Patienten und Patientinnen mit Bein- oder Fußprothesen statt. Wer neu in den Betrieb startet, hat die Option einen erfahrenen Beschäftigten als Mentorin oder Mentor zu wählen.
Instagram-Post zum Mentoring-Programm.
Aufgrund der Corona-Pandemie stellt der Betrieb aktuell keine neuen Fachkräfte ein. Grundsätzlich sucht das Ehepaar jedoch engagierte Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten mit den Schwerpunkten Hausbesuche und Heimbetreuung, Orthopädie und Lymphkomplextherapie und Chirurgie und Athletiktherapie. Alternativ gibt es die Möglichkeit in einem Dualen Studium Praxis und Theorie zu verbinden. Denkbar ist zum Beispiel der Bachelor in Gesundheitsmanagement oder Gesundheitsökonomie.

„Wir rekrutieren unseren Nachwuchs über Facebook, Instagram, die Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg, Online-Stellenanzeigen, regionale Berufsschulen und den Deutschen Verband für Physiotherapie (ZVK)“, berichtet Lea Czybulka. Darüber hinaus bietet der Betrieb Praktikaplätze für Familienangehörige von Beschäftigten und für Schülerinnen und Schüler von lokalen, weiterführenden Schulen.

Hinweise zur familienbewussten Personalpolitik gibt es auf der Firmenwebseite und in Online-Stellenanzeigen. „Durch die transparente Kommunikation unserer beschäftigtenfreundlichen Firmenphilosophie erhalten wir mehr Bewerbungen und haben ein bisschen weniger Fluktuation“, stellt die Inhaberin abschließend fest.

Fotos: Czybulka Physiotherapie

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Das Kompetenzzentrum Frau & Beruf Bonn/Rhein-Sieg

BONN

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Projektentwicklung, Mentoring Programm

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Öffentlichkeitsarbeit

Natascha Kerstgens

Veranstaltungsmanagement, Öffentlichkeitsarbeit

Elke Graff

Projektleitung

Christiana Krack

Projektentwicklung "Familienbewusste Personalpolitik"

Vanessa Paluch

Projektassistenz

Soma Argawani

Projektassistenz

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