Thema des Monats September 2016

Beruf und Pflege: Das geht zusammen!

Wenn es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht, denken viele hauptsächlich an Kinderbetreuung. Zunehmend stellt aber auch die Pflege von Angehörigen viele Berufstätige vor Herausforderungen – und damit auch Sie als Arbeitgeber. Neben den gesetzlichen Ansprüchen führen auch handfeste unternehmerische Interessen dazu, dass immer mehr Unternehmen pflegende Beschäftigte unterstützen.

Denn ohne Änderungen im Arbeitsmodell ist Pflege oft nur schwer möglich. Unter der hohen Belastung der Pflegenden leidet ohne entsprechende Weichenstellung auch die Arbeit. Und für Ihr Unternehmen steigt die Gefahr, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesundheitsbedingt ausfallen oder sogar kündigen, die Sie grundsätzlich gern halten möchten.

Die Zahlen zeigen die enorme und wachsende Relevanz des Themas:

  • Bis zum Jahr 2020 rechnet das Statistische Bundesamt mit einer Zahl von 2,9 Millionen Menschen mit einer Pflegestufe.
  • Für das Jahr 2030 wird die Zahl auf 3,37 Millionen geschätzt, die Herausforderungen nehmen also weiter zu.
  • 70 % der Pflegebedürftigen werden aktuell zu Hause gepflegt, 77 % sogar komplett allein durch die Angehörigen

Flexibilität ist Trumpf

Pflegebedarf tritt oft plötzlich auf, und die Dauer ist meist zeitlich nicht abzusehen. Pflegende Beschäftigte benötigen nun Flexibilität: je nach Situation zum Beispiel zeitlich und räumlich.

Hier können Sie mit flexiblen Arbeitszeitmodellen unterstützen, zum Beispiel:

  • Teilzeit/Familienpflegezeit
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  • Telearbeit/Home Office
  • Jahresarbeitszeitkonten

Telearbeitszeiten können den Pflegenden zum Beispiel dabei helfen, Betreuungsengpässe zu meistern. Ihr Unternehmen profitiert dabei von geringeren Arbeitsausfallzeiten. Eine spezielle Form der Teilzeit ist die Familienpflegezeit, die gesetzlich geregelt ist. Hier können Beschäftigte für bis zu 2 Jahre ihre Arbeitszeit auf bis zu 15 Stunden pro Woche reduzieren und unter anderem ein zinsloses Darlehen nutzen.

Was Sie als Vorgesetze oder Vorgesetzter tun können

  • Achten Sie auf Stress- und Überforderungsanzeichen und gehen Sie bei Bedarf aktiv auf die Mitarbeiterin oder den Mitarbeiter ein.
  • Schaffen Sie eine offene Atmosphäre und Sensibilität für Pflege und Beruf – Beschäftigte haben nicht selten Hemmungen, mit ihren Anliegen zu Vorgesetzten zu gehen.
  • Machen Sie Pflege und die Möglichkeiten, damit umzugehen, zum Thema – in der Mitarbeiterzeitschrift oder bei einer Informationsveranstaltung
  • Stellen Sie den Beschäftigten Informationsmaterial zur Verfügung, z. B. zu gesetzlichen Rahmenbedingungen, Unterstützungsmöglichkeiten und praktischen Hilfen. Dazu finden Sie auf dieser Seite Anregungen.
  • Bieten Sie wenn möglich auch flexibel und schnell besondere Hilfen, z.B. durch Sonderurlaub.
  • Ist die Mitarbeiterin oder der Mitarbeit für die Pflege länger freigestellt, halten Sie Kontakt. Einladungen zu Betriebsfeiern oder die Zusendung der Betriebszeitung sind klare Signale an die Beschäftigten. Verbundenheit und Unternehmenstreue bleiben so erhalten, und der Wiedereinstieg wird erleichtert.

Pflege und Beruf: Gut verbunden

Mit einer offenen, unterstützenden Grundhaltung und zum Beispiel passenden Arbeitszeitmodellen können Sie viel dafür tun, dass auch Pflegende im passenden Rahmen arbeiten können und Ihrem Unternehmen mit Qualifikation und Leistungskraft erhalten bleiben. In Zeiten des Fachkräftemangels und der wachsenden Bedeutung von Vereinbarkeit von Pflege und Beruf wissen Beschäftigte Unternehmen zu schätzen, die sie unterstützen, wenn es darauf ankommt. Als auf diese Weise familienbewusstes Unternehmen werden Sie als Arbeitgeber attraktiver, binden Ihre qualifizierten Kräfte und erhöhen oft die Motivation und Leistungsbereitschaft der Beschäftigten. Kurz: Wenn Pflege und Beruf im Unternehmen vereinbar sind, profitieren beide Seiten. Sprechen Sie uns darauf an – wir beraten Sie gern!

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