Netzwerk FAMILIENBEWUSSTE UNTERNEHMEN Bonn/Rhein-Sieg

11. Netzwerktreffen

„Mein Wille geschehe!
Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen“

27. Okt 2016 | Bonn

Wer denkt in Zeiten aktiver Beschäftigung schon gerne über schwere Erkrankung, einen Unfall oder sogar das eigene Ableben nach. Ein Thema, dass gerne verdrängt wird.
Wie wichtig es ist, sich intensiv mit „Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen“ zu beschäfti-gen und was alles ge- und bedacht werden muss, damit tatsächlich „Mein Wille geschehe“ war The-ma des 11. Netzwerktreffens. Diesmal wurde vom üblichen Ablauf abgewichen und direkt mit dem Vortrag gestartet.

VORTRAG „Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen – Mein Wille geschehe!“

20161027_163450_resized-kleinRalf Waeser vom Katholischen Verein für soziale Dienste Bonn e.V. begann mit der Frage, ob denn die Ehefrau oder der Ehemann für den jeweils anderen entscheiden können, wenn dieser aufgrund von Krankheit oder Unfall dazu nicht mehr in der Lage sei.
Anhand weiterer Beispiele, die durchaus als alltäglich bezeichnet werden können, machte er die Bedeutung von Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen deutlich. Die meisten Menschen haben eine klare Vorstellung davon, was mit ihnen geschehen soll, wenn sie unheilbar erkrankt oder verunfallt sind und was nicht.
Kern des Vortrages war die Differenzierung zwischen Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung, da sie sich vom Inhalt erheblich unterscheiden.

Vorsorgevollmachten und Betreuungsverfügungen beziehen sich auf alle Angelegenheiten des Alltags:

  • Gesundheitsvorsorge
  • Finanzen/Vermögensvorsorge
  • Wohnungsangelegenheiten
  • Aufenthaltsbestimmung
  • Behörden-, Ämter- und Gerichtsvertretung
  • Post- und Telefonangelegenheiten

Zwingend erforderlich sind Schriftform, Datum, Ort und Unterschrift. Hilfreich ist, die Unterschrift z.B. bei der Betreuungsbehörde beglaubigen zu lassen, um mögliche Zweifel auszuschließen. Eine Aktualisierung ca. alle zwei Jahre sollte ebenfalls erfolgen.

img_20161027_172500-kleinDer gravierende Unterschied zwischen der Vorsorgevollmacht und der Betreuungsverfügung besteht darin, dass es sich bei der Vollmacht quasi um einen privatrechtlichen Vertrag zwischen Vollmachtgeber/-geberin und Vollmachtnehmer/-nehmerin handelt. Diese beiden Personen gehen eine rechtliche Verbindung ein, ohne Einwirkung bzw. Kontrolle von außen.
Bei der Verfügung wird eine Person für den Fall benannt, dass Betreuung unvermeidbar ist, selbst also wichtige Entscheidungen nicht mehr getroffen werden können. Die Bestellung eines Betreu-ers/einer Betreuerin obliegt allerdings dem Gericht, ebenso seine Kontrolle.
Um es auf den Punkt zu bringen: der Inhaber/die Inhaberin einer Vorsorgevollmacht agiert ohne Kontrolle von außen, ein Betreuer/eine Betreuerin wird vom Gericht überwacht.
Es ist eine sehr persönliche Entscheidung, welche der beiden Varianten gewählt wird.
Die Patientenverfügung regelt medizinische und pflegerische Behandlung für den Fall, dass selbst Umfang und Grenzen nicht mehr bestimmt werden können.
Wichtig sind hier eindeutige Formulierungen. Für konkret benannte Krankheitssituationen müssen die Behandlungswünsche klar benannt werden, ebenso, was keinesfalls getan werden soll.

Auch für sie gilt die Schriftform, mit Datum, Ort und Unterschrift.
Herr Waeser gab zu bedenken, dass trotz intensiver Auseinandersetzung mit den möglichen Situationen für den Einsatz einer Patientenverfügung, darin dennoch nicht alle benannt werden können. Es bliebe somit eine gewisse Unsicherheit, ob die Verfügung ärztlicherseits anerkannt und die gewünschte Behandlung erfolge bzw. unterlassen werde.
Daher sollte zusätzlich über eine Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung nachgedacht werden.

20161027_180242_resized-kleinFür alle drei Dokumente gilt, unbedingt mit den Personen zu sprechen, die dort genannt werden. Es empfiehlt sich auch die Benennung einer zweiten Person, damit es in akuten Situationen keine Verzögerung gibt. Es sei unabdingbar, den „letzten Willen“ mit diesen Personen intensiv zu diskutieren, auch um zu klären, ob sie bereit sind tatsächlich diesen „letzten Willen“ durchzusetzen. Ein in diesem Zusammenhang wichtiger Aspekt, den Herr Waeser immer wieder hervorhob, war die Frage des Vertrauens in die im Dokument genannte Person. Diese müsse zudem nicht zwingend aus der Familie kommen. Bestimmte Entscheidungen durchzusetzen kann eine in Sorge befindliche Person zusätzlich belasten und vielleicht sogar handlungsunfähig machen.

Bezüglich der Aufbewahrung der Dokumente sei wichtig, dass die genannten Personen über ein Exemplar verfügten. Die genannten Links enthalten konkrete Hinweise zur Aufbewahrung.

In seinem detaillierten Vortrag mit vielen praktischen Beispielen sensibilisierte Herr Waeser die Anwesenden für das Thema und wichtige Einzelfragen.
Zahlreiche Zwischenfragen und eine lebhafte Diskussionen machten die Vieldeutigkeit des Themas deutlich.

Als hilfreich benannte er die Broschüren „Betreuungsrecht“ und „Patientenverfügung“ des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz sowie die auf deren Internetseite befindlichen Formulare und Textbeispiele. Die entsprechenden Links finden auf der Linkliste im Downloadbereich auf der rechten Seite.

Herr Waeser wies darauf hin, dass die entsprechenden Regelungen für Firmeninhaber mit notarieller Unterstützung getroffen werden sollten. Zusätzlich wurde auf Notfallhandbuch der IHK Bonn/Rhein-Sieg hingewiesen. Den Link hierzu finden Sie ebenfalls auf der Linkliste rechts.

Die Teilnehmenden diskutierten im Anschluss noch viele Einzelfragen mit Herrn Waeser.
Es wurde ein Thema angestoßen, dass im Nachhinein zu einigen Handlungen führt.

AKTUELLES AUS DEM NETZWERK und Weiterentwicklung

Kurz wurden die aktuellen Zahlen aus dem Netzwerk berichtet:
37 Mitglieder
113 XING-Mitglieder

Endlich sei auch die neue, Smartphone und Tablett geeignete Homepage online. Alle Texte wurden aktualisiert und man kann einen Newsletter abonnieren – die Mitglieder sind herzlichen eingeladen, aktiv zu werden.

ideen-mitglwerbung-kleinBei einem der letzten Netzwerktreffen war bereits die Idee „Mitglieder werben Mitglieder“ diskutiert worden. Das Kompetenzzentrum hatte deshalb die Materialien, die es dafür zur Verfügung stellen kann, schon einmal mitgebracht. Weitere Ideen sollten anschließend noch erarbeitet und dann gepunktet werden. Das Foto zeigt die eingebrachten Ideen und die erhaltenen Punkte. Neben geeigneten PowerPoint-Präsentationen wurden Experten-Foren und Themenpaten vorgeschlagen.

ideen-veranst-kleinFür das kommende Jahr plant das Kompetenzzentrum mehrere Veranstaltungen in unterschiedlichen Formaten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden gebeten die Themen zu benennen, die ihnen unter den Nägeln brennen, für die sie sich Anregungen, Tipps und Lösungen wünschen.
„Gewonnen“ haben die Arbeitszeitmodelle. Gleichauf liegen mit jeweils 4 Punkten die Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz und die Digitalisierung.

Bei einer leckeren Suppe wurde weiter über Vorsorgevollmachten diskutiert, aber auch über die Location für das nächste Netzwerktreffen nachgedacht.
Auch Unternehmensbesuche wurden ins Auge gefasst, um den Austausch untereinander noch zu intensiveren.

VORSCHAU

Das 12. Netzwerktreffen findet am 05. April 2017 statt. Die Vielzahl der genannten Themen macht es leicht, einen spannenden Nachmittag zu gestalten.

Sie haben Themenvorschläge oder Fragestellungen für das kommende Treffen? Schreiben Sie uns! info@familienbewussteUnternehmen.de

p

Termin für das nächste Netzwerktreffen

05. April 2017

Haben Sie Fragen?

Rufen Sie uns an oder schreiben Sie eine E-Mail

Ihre Ansprechpartnerin

Elke Graff
02241 – 13 2948
info@familienbewussteUnternehmen.de

Downloads zum 11. Netzwerktreffen

Das Kompetenzzentrum Frau & Beruf Bonn/Rhein-Sieg

BONN

RHEIN-SIEG-KREIS

Filiz Karsligil

Projektentwicklung, Mentoring Programm

Nicole Traut

Öffentlichkeitsarbeit

Natascha Kerstgens

Veranstaltungsmanagement, Öffentlichkeitsarbeit

Elke Graff

Projektleitung

Christiana Krack

Projektentwicklung "Familienbewusste Personalpolitik"

Vanessa Paluch

Projektassistenz

Soma Argawani

Projektassistenz

Simple Share ButtonsShare
Simple Share Buttons